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Mittwoch, November 22, 2017

Kinder verwahrlosen für sinnfreie Studie


Studie sollte zeigen: Jedes Kind kann trocken werden

Vor einigen Jahren sorgte der Eltern-Ratgeber „Jedes Kind kann schlafen lernen“ der Autoren Kast-Zahn und Morgenroth für große Aufregung unter den Eltern und ist bis heute Diskussionsgrundlage.

In dem Buch geht es darum, auf nächtliches Schreien des Kindes nicht mehr zu reagieren. So soll das Kind lernen, dass aufgrund des nächtlichen Schreiens keine Reaktion der Eltern erfolgt und es das Geschrei deswegen auch ebenso gut unterlassen kann. Der erhoffte Erfolg der Anwender ist, dass das Kind so das Schlafen lernt.

Nunmehr wurde die Idee dieses Buches Grundlage einer neuen Studie zum Thema „Trockenwerden von Kindern“. Dabei wurde das Prinzip des nächtlichen Schreienlassens übertragen auf das Schreien eines Kindes bei dreckiger Windel.

Durchgeführt wurde diese Studie im Kinderheim „camin de copii“ in Brandenburg, an Kindern im Alter von 0 – 6 Jahren. So sollte erforscht werden, ob Kinder, welche gezwungen sind, tagelang mit einer dreckigen Windel herumzulaufen, schneller trocken werden als Kinder, die mehrmals täglich gewickelt werden.

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In besagtem Kinderheim wurde folglich jegliches Weinen eines Kindes mit dreckiger Windel ignoriert. Frühestens nach 48 Stunden durften die betroffenen Kinder gewickelt werden, bis dato trugen sie die immer gleiche, dreckige Windel. Verhaltensforscher und Entwicklungsexperten beobachteten sodann über einen Zeitraum von 2 Jahren den Prozess des Trockenwerdens bei den Kindern.

Nun fand die Auswertung dieser Studie statt: Zwar wurde beinahe jedes Kind innerhalb des Untersuchungszeitraumes trocken, jedoch konnte hierbei tatsächlich kein zeitlicher Unterschied zu den Kindern festgestellt werden, die regelmäßig gewickelt wurden. Eine wirksame Vorgehensweise kann folglich zum jetzigen Zeitpunkt nicht präsentiert werden. Für das kommende Jahr werde jedoch an einer Weiterentwicklung der Studie gearbeitet.

Das Ergebnis der Studie ist für den Betreiber des Kinderheimes enttäuschend. Viele Kinderheime in Brandeburg sind überfüllt, zudem mangelt es an Personal. Eine ganzheitliche Betreuung und Verpflegung der Kinder ist unmöglich. Hätte diese Studie Erfolg gehabt, hätte so ein Großteil der Mitarbeiter-Ressourcen für andere Aufgaben verwendet werden können. Für die Weiterentwicklung der Studie im nächsten Jahr hat er sich mit seinem Kinderheim daher bereits wieder freiwillig als Untersuchungsgrundlage angeboten. „Um eine Lösung zu finden“, wie er sagt.

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